PROGRAMM
u.a. Joseph Haydn, Klaviersonate Es-Dur, Hob. XVI:49
MITWIRKENDE
Matthias Folz, Konzept
Mitglieder der Staatsphilharmonie
Ein heimlicher Briefwechsel von Joseph Haydn und Marianne von Genzinger
Hoch- und wohlgeborene, hochgeschätzbarste, allerbeste Frau von Genzinger!
Es ist mir von Herzen leid, dass euer Gnaden mein letztes Schreiben so spät erhalten, nachdem die vorige Woche kein Husar von Estoras abgegangen, so ist es nicht meine Schuld, daß der Brief so spät eingelaufen.
Unter uns: mache Euer Gnaden zu wissen, daß unsere Mademoiselle Nanette mir den Auftrag gemacht, für Euer Gnaden eine neue Klaviersonate zu komponieren, welche aber in keine anderen Hände kommen darf. Ich schätze mich glücklich, einen solchen Befehl erhalten zu haben.
Euer Gnaden werden diese Sonate längstens in vierzehn Tagen überkommen.
Obgedachte Mademoiselle versprach mir dafür eine Bezahlung.
Euer Gnaden können sich aber leicht vorstellen, daß ich jederzeit solche versagen werde: für mich wird stets die größte Belohnung sein, wenn ich hören werde,
daß ich einigen Beifall verdiene.
Unterdessen bin ich mit vorzüglichster Hochachtung
Euer Gnaden
Ganz gehorsamster Diener
Joseph Haydn
(Mademoiselle Nanette war die mit Marianne von Genzinger befreundete Maria Anna von Gerlischeck)
Hat Joseph Haydn da schon den Kopf verloren? Jedenfalls hat er seine Klaviersonate Nr. 49 im Jahre 1790 für seine treue Freundin geschrieben.