Mitwirkende
- Jun Märkl Dirigent
- Tobias Feldmann Violine
Programm
- Ludwig van Beethoven Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 61
- Johannes Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur, op. 73
Wären diese beiden Stücke zustande gekommen, wenn es damals schon das Internet gegeben hätte? Vermutlich nicht. Andererseits waren wir auch schon lange vor Katzenvideos und Kommentarspalten für völligen Schwachsinn erstaunlich empfänglich. Kurz vor Heiligabend 1806 erfand Beethoven das Violinkonzert in seiner großen Form: komplex, ernsthaft und mit maximaler Konzentrationsanforderung. Eher eine Sinfonie mit obligater Violine. Dass das Publikum trotzdem aufmerksam blieb, lag am Solisten der Uraufführung, Franz Clement, der wusste, wie man Reichweite generiert: Auf dem Anschlagzettel stand, er werde „auf der Violine phantasieren und auch eine Sonate auf einer einzigen Saite mit umgekehrter Violin spielen“. Und da wir heute keinen Herrn Clement haben, kommt in der zweiten Hälfte ein außergewöhnlich gut gelaunter Herr Brahms auf die Bühne, dessen 2. Sinfonie nicht ohne Grund als Gegenstück zu Beethovens „Pastorale“ gilt – ein Orchesteridyll gelöster Freude.