MODERN TIMES 2018

Das Thema, dem sich die Deutsche Staatsphilharmonie diesmal zuwendet, führt uns wieder in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts und ist doch auch für uns heute von Bedeutung: Unter der Überschrift 1918 soll uns MODERN TIMES erzählen von der Zeit, die in den 1. Weltkrieg und in eine völlig veränderte Welt führte. Wir wollen eine musikalische Zeitreise unternehmen, die uns durch das Zuhören einlädt, die Entwicklungen auch unserer Zeit zu reflektieren. Es ist ja nicht nur ein deutsches Phänomen, dass Schwierigkeiten im Umgang mit den Übergängen zwischen nationalem Selbstwertgefühl, gesundem Patriotismus und prohibitivem Nationalismus, dem nicht selten Diskreditierung, Diskriminierung und kriegerische Aktivitäten folgen, bestehen. Was vom amtierenden US-Präsidenten als „America First“ bezeichnet wird, lässt sich spätestens seit der großen Flüchtlingswelle auch in Europa in national sich abschottenden Tendenzen erkennen; und wie schnell sich aus einer Demokratie eine Autokratie entwickelt, wird uns auch vor unserer Haustür vorgeführt. Wie, so könnte man mit Blick auf 1918 fragen, lässt sich das einst als „Europa der Regionen“ gefeierte Projekt des Zusammenlebens auf unserem Kontinent in eine gute Zukunft entwickeln – in eine bessere Zukunft als die, die uns gerade als zumindest möglich erscheint?

Die Programme von MODERN TIMES wollen nicht belehren, sondern sie erzählen Geschichten, über die wir nachdenken und uns austauschen können. Und MODERN TIMES setzt wieder ein deutliches Zeichen, wie durch kulturelle Aktivitäten die Metropolregion Rhein-Neckar eine erlebbarere Identität erhalten kann; dass sich mit Elias Grandy der Heidelberger GMD und mit Benjamin Reimers der stellvertretende GMD Mannheims an MODERN TIMES beteiligen, könnte durchaus in dem Sinn verstanden werden.