Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung

Zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 1938 plant der Verein Ludwigshafen setzt Stolpersteine e.V. in Kooperation mit dem Pfalztheater Kaiserslautern und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz die Kammeroper von „Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung“ von Viktor Ullmann zur Aufführung zu bringen. Die kurze Kammeroper mit Jazzelementen nach dem Libretto von Peter Kien, komponierte Viktor Ullmann in den Jahren 1943/44 im Konzentrationslager Theresienstadt, das für die Nazis die Funktion als Vorzeigelager hatte. Vor der Uraufführung wurden der Komponist und alle Mitwirkenden auf einem der letzten Transporte im frühen Winter 1944 nach Auschwitz gebracht und die meisten nach Ankunft in dem Vernichtungslager vergast. Die Partitur konnte nach Holland gebracht und gerettet werden. Mitte der 1950er-Jahre wurde der Totentanz um den Kaiser Overall in Amsterdam gefunden und seitdem in einigen Opernhäusern der Welt gespielt.

Die Künstler haben in unmittelbarer Todesnähe eine Parabel auf ihre Zeit geschrieben. Der Titel die „Tod-Verweigerung“ verweist damit auch auf die Funktion der Kunst, diese Hölle zu überleben – die Kunst verweigert sich der Vernichtung. Der Regisseur Hansgünther Heyme wird die Inszenierung, die im Herbst 2018 Premiere haben soll, übernehmen.

Gibt es eine bessere Begründung für die Entscheidung, gerade 2018, zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht, die Parabel Der Kaiser von Atlantis wieder aufzuführen?

 

Aufführungstermine: 2. Dezember - 4. Dezember 2018
Ludwigshafen, Luitpoldhafen, ehemalige Rhenus-Halle
"Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung“ - Spiel in einem Akt von Peter Kien

Uwe Sandner, Dirigent
Ke An, Kaiser Overall (Bariton)
N.N., Der Lautsprecher(Bassbariton)
Kihoon Han, Der Tod (Bassbariton)
Peter Floch, Harlekin, Pierrot (Tenor)
Tae Hwan Yun, Ein Soldat (Tenor)
Seunghee Kho, Bubikopf, ein Mädchen (Sopran)
Rosario Chávez, Der Trommler (Alt)
 

In Kooperation mit dem Pfalztheater Kaiserslautern, Ludwigshafen setzt Stolpersteine e. V. und Hansgünther Heyme.