Mannheimer Meisterkonzerte
Zum Saisonauftakt der Mannheimer Meisterkonzerte hat Chefdirigent Karl-Heinz Steffens mit Viviane Hagner eine der interessantesten Geigen-Solistinnen eingeladen. Vieuxtemps‘ Violinkonzert, dazu Mozart und Debussy – diese farbige Mischung prägt den Abend. Noch Wiener Klassik oder schon emphatische Romantik – an dieser Grenze bewegt sich beim 2. Konzert Gast dirigent Fabrice Bollon mit Schuberts „Große C-Dur“ und dem 4. Klavierkonzert von Beethoven, interpretiert von Jasminka Stancul. Anton Bruckners 8. Sinfonie, „die Schöpfung eines Giganten“ (Hugo Wolf) , ist im 3. Abokonzert zu hören. Das 4. Konzert steht im Zeichen eines Jubiläums: Vor 20 Jahren stand George Pehlivanan erstmals am Pult der Staatsphilharmonie. Sein Jubiläumsprogramm mit Dukas, Saint-Saëns und Ravel knüpft an dieses Debüt an. Das Chorkonzert wartet schließlich mit einem Publikumsmagneten auf: Carl Orffs „Carmina burana“, gesungen von der Gächinger Kantorei.
Zu allen vier Sinfoniekonzerten in der Saison 2011-2012 wird die szenische Einführung Komponisten erzählen angeboten. Schauspieler Wolfgang Heitz leiht sich Gedanken und Worte eines Komponisten dessen
Werk auf dem Programm steht und lässt ihn in einer halbstündigen Lesung Interessantes und Wissenswertes
aus seinem Leben berichten. Beginn: 19.20 Uhr, Stamitzsaal
Die Platzkapazität ist begrenzt.
Weitere Informationen rund um die Konzertreihe erhalten Sie unter http://www.mannheim-klassik.de
Di 01.11.2011 – 19:59
1. Sinfoniekonzert
Mannheim, Congress Center Rosengarten, Musensaal
Tickets
- Vivane Hagner, Violine
- Karl-Heinz Steffens, Dirigent
- Wolfgang Amadeus Mozart, Serenade Nr. 9 D-Dur KV 320 „Posthornserenade"
- Henri Vieuxtemps, Konzert für Violine und Orchester Nr. 4 d-Moll op. 31
- Claude Debussy, „La Mer"
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Viviane Hagner erntet höchste Anerkennung für ihre Gestaltungskraft und musikalische Intelligenz. Kritiker loben ihr virtuoses Spiel, einen „Violinabend, bei dem es einem heiß und kalt über den Rücken läuft, eine technische und künstlerische Darstellung von geradezu beängstigender Meisterschaft“. Washington Post
In fast allen Werken von Henri Vieuxtemps spielt die Geige eine zentrale Rolle, nicht so in Nummer vier. In dieser „Sinfonie mit Solovioline“ spielen Violine und Orchester eine gleichberechtigte Rolle. Karl-Heinz Steffens, der bereits international gefragte Chefdirigent der Staatsphilharmonie, umrahmt dieses Stück mit zwei äußerst farbenreichen Orchesterwerken: Zu Beginn Mozarts „Posthornserenade“, deren prachtvolle Bläserbesetzung auf einen besonders festlichen Entstehungsanlass schließen lässt. Und zum Abschluss Debussys Sinfonische Skizzen „La Mer“ – ein wahrer Rausch schillernder Farbnuancen und immer neuer, sich überlagernder Rhythmus-Wellen.
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Do 17.11.2011 – 20:00
Chorkonzert
Mannheim, Congress Center Rosengarten, Musensaal
Tickets
- Robin Johannsen, Sopran
- Martin Shalita, Tenor
- Daniel Schmutzhard, Bariton
- Gächinger Kantorei Stuttgart
- Celso Antunes, Dirigent
- Béla Bartók, „Cantata profana" für Doppelchor, Soli und Orchester
- Carl Orff, „Carmina Burana"
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Wohl kein anderes Klassik-Stück wurde von Filmemachern und Werbetreibenden, Rockbands und Ballett-Compagnien so gerne entliehen wie der Fortuna-Chor aus Carl Orffs „Carmina Burana“. Kein Wunder, denn diese Anrufung der launischen Glücksgöttin ist in ihrer mitreißenden Klangwucht kaum zu übertreffen. Allerdings gibt es noch viel mehr zu entdecken in den 24 mittelalterlichen „Liedern aus Benediktbeuren“, die der Münchener Komponist 1935/36 vertonte: zarte Naturbilder etwa, deftige Trinklieder und Skurriles wie die „Klage des gebratenen Schwans“. Zu erleben ist Orffs Hauptwerk unter der Leitung des gebürtigen Brasilianers Celso Antunes. Er ist Chef des Niederländischen Rundfunkchors, Chor-Professor in Genf und ist weltweit gern gesehener Gastdirigent – so etwa bei der 1954 vom Bach-Spezialisten Helmuth Rilling gegründeten Gächinger Kantorei.
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Fr 09.12.2011 – 20:00
2. Sinfoniekonzert
Mannheim, Congress Center Rosengarten, Musensaal
Tickets
- Jasminka Stancul, Klavier
- Fabrice Bollon, Dirigent
- Joseph Haydn, Sinfonie Nr. 26 d-Moll „Lamentatione" („Weihnachtssinfonie")
- Ludwig van Beethoven, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
- Franz Schubert, Sinfonie Nr. 9 C-Dur D 944 („Große C-Dur")
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Das Wunder der Geburt Jesu feiern wir in der dunkelsten Zeit des Jahres; wenn die Nächte am längsten sind, dringen Sternenglanz und Kerzenschein besonders tief in die Herzen. Ähnliche Kontrastwirkungen gibt es in der Musik, etwa in Haydns Sinfonie Nr. 26. Sie erhielt wegen ihrer klagenden Ecksätze den Beinamen „Lamentatione“, ist aber auch als seine „Weihnachtssinfonie“ bekannt – der friedvolle Mittelsatz erklärt das. Oder im Andante von Beethovens viertem Klavierkonzert: Unversöhnlich stehen sich schroffe Streicher und flehende Klavierkantilenen gegenüber, doch am Ende löst sich die Spannung in weiche Harmonien auf – ein beglückender Moment. Licht ins Dunkel bringt in Schuberts höchst feierlicher „Großer“ C-Dur-Sinfonie ein Solohorn: Der zweite Satz ist ein melancholischer Marsch, aber das Horn klingt – so formulierte es Robert Schumann – wie „aus anderer Sphäre, als ob ein himmlischer Gast im Orchester herumschliche“!
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Mo 26.03.2012 – 20:00
3. Sinfoniekonzert
Mannheim, Congress Center Rosengarten, Musensaal
Tickets
- Karl-Heinz Steffens, Dirigent
- Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 8 c-Moll WAB 108
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Hatte Hugo Wolf recht, als er die achte Sinfonie seines Kollegen „die Schöpfung eines Giganten“ und einen „vollständigen Sieg des Lichtes über die Finsternis“ nannte? Oder zeigt sich in Bruckners Werk ein „traumverwirrter Katzenjammerstil“, ein Schwanken „zwischen Trunkenheit und Öde“, wie der Wiener Kritiker Eduard Hanslick meinte? Klar ist, dass die Achte schon durch ihre gewaltigen äußeren Dimensionen und ihre Besetzungsstärke, aber auch durch ihre innere Komplexität alles übertrifft, was andere Sinfoniker bis dahin geschaffen hatten. Zwischen den „Urnebeln“ des Beginns und der finalen Apotheose mit den gleichzeitig erklingenden Hauptthemen aller vier Sätze liegen anderthalb Stunden voll grandioser Steigerungen und friedvoller Ruhezonen, voll packender Motorik und lyrischer Verklärung. Bruckner selbst brachte seine letzte vollendete Sinfonie auf eine einfache Formel: „Meine Achte ist ein Mysterium“.
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