Mainzer Meisterkonzerte
Meisterwerke der romantischen Musik, virtuose Solokonzerte, große Komponisten und verkannte Genies. Die Mainzer Meisterkonzerte der Saison 2011-2012 haben all das zu bieten. Und noch mehr: Von Mozarts „Posthornserenade“ über Schuberts „Große C-Dur“, Dvoráks 9. und Bruckners monumentaler 8. bis hin zur fulminanten, zu Unrecht lange Zeit vergessenen C-Dur-Sinfonie von Paul Dukas spannt sich ein weiter Bogen des sinfonischen Repertoires.
Begegnen Sie in der Mainzer Rheingoldhalle jungen wie arrivierten Solisten sowie charismatischen Dirigenten-Persönlichkeiten. Darüberhinaus können Sie bei den Mainzer Meisterkonzerten gleich drei renommierte Orchester in Aktion erleben: Neben den Konzerten mit der Staatsphilharmonie sind auch Gastkonzerte des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie Koblenz, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg fester Bestandteil der Reihe.
Weiterführende Informationen zur Konzertreihe finden Sie auf http://www.mainz-klassik.de
So 18.09.2011 – 19:30
1. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Konstantin Scherbakov, Klavier
- Staatsorchester Rheinische Philharmonie
- Daniel Raiskin, Dirigent
- Franz Liszt, Ungarische Rhapsodie Nr. 2
- Sergej Rachmaninow, Rhapsodie über ein Thema von Paganini
- Peter I. Tschaikowsky, Fantasie Ouvertüre „Romeo und Julia"
- Peter I. Tschaikowsky, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1
Mehr
Ein Saisonstart nach Maß. Ob Liszts mitreißende Ungarische Rhapsodie wirklich ungarisch ist, oder der schier grenzenlosen musikalischen Phantasie des Komponisten entstammt, interessiert den begeisterten Zuhörer wenig. Das Gleiche gilt für Rachmaninows Paganini-Rhapsodie. Treffender wäre der Begriff „Konzert-Variation”, denn Rachmaninow fasst seine Ideen zur Caprice des Teufelsgeigers zu größeren musikalischen Einheiten zusammen, die dem Solisten am Flügel alles abverlagen.
Konstantin Scherbakov, von der Kritik als „Rachmaninow von heute” gepriesen, ist der Pianist der dieses teuflisch grandiose Programm spielt, das mit einem der berühmtesten und beliebtesten Klavierkonzerten, Peter I. Tschaikowskys 1., schließt. Unter der Leitung des charismatischen Dirigenten Daniel Raiskin komplettiert Tschaikowsky mit seiner „Romeo und Julia” Ouvertüre einen fantastischen Abend.
[ Nach oben ↑ ]
So 30.10.2011 – 19:30
2. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Maximilian Hornung, Violoncello
- Karl-Heinz Steffens, Dirigent
- Wolfgang Amadeus Mozart, Serenade Nr. 9 „Posthornserenade"
- Camille Saint-Saëns, Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 a-Moll op.33
- Claude Debussy, „La Mer"
Mehr
Ein Musiker „von einem anderen Stern“ ist Maximilian Hornung für den Rezensenten der „Zeit“, ein „Frühvollendeter, der die Abgebrühtheit eines Routiniers mit der Unbekümmertheit des Springinsfelds verbindet.“ Hornung, gerade 25 Jahre alt, Echo-Klassik Preisträger 2011 und bereits 1. Solocellist im Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, spielt das ebenso virtuose wie melodiöse Cellokonzert a-Moll von Saint-Saëns – „Solistenfutter“ erster Güte, das aber auch reizvolle sinfonisch gearbeitete Abschnitte enthält. Karl-Heinz Steffens, der bereits international gefragte Chefdirigent der Staatsphilharmonie, umrahmt dieses Stück mit zwei äußerst farbenreichen Orchesterwerken: Zu Beginn Mozarts „Posthorn-Serenade“, deren prachtvolle Bläserbesetzung auf einen besonders festlichen Entstehungsanlass schließen lässt. Und zum Abschluss Debussys Sinfonische Skizzen „La Mer“ – ein wahrer Rausch schillernder Farbnuancen und immer neuer, sich überlagernder Rhythmus-Wellen.
[ Nach oben ↑ ]
So 20.11.2011 – 19:30
3. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Alison Bolsom, Trompete
- Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern
- Pietari Inkinen, Dirigent
- Richard Wagner, Siegfried-Idyll
- Johann Nepomuk Hummel, Konzert für Trompete und Orchester
- Dmitri Schostakowitch, Sinfonie Nr. 5
Mehr
So eine Geburtstagsüberraschung wie Cosima Wagner am 25. Dezember 1870 möchte man auch erleben: Ihr Richard hatte heimlich das Siegfried-Idyll komponiert und ließ es nun in der heimischen Villa uraufführen. Einen ernsteren Hintergrund hat Schostakowitchs 5.: Ihr Sensations-Erfolg rettete dem Komponisten 1937 wohl das Leben. Zuvor war er bei den sowjetischen Machthabern durch allzu moderne Klänge in Ungnade gefallen. Jetzt lieferte er eine verständlichere Sinfonie, die dennoch von vielen Zeitgenossen als wortloser Protest gegen Stalins Tyrannei gedeutet wurde.
Zu hören sind die ungleichen Werke unter der Leitung des jungen Finnen Pietari Inkinen, der 2008 Chef des New Zealand Symphony Orchestra wurde und die Kiwis in kürester Zeit zu internationalem Ruhm führte. Ihm steht ein weiterer NAchwuchs-STar zur Seite: Die begnadete britische Trompeterin Alison Balsom spielt Hummels virtuoses Konzert.
[ Nach oben ↑ ]
So 11.12.2011 – 19:30
4. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Jasminka Stancul, Klavier
- Fabrice Bollon, Dirigent
- Joseph Haydn, Sinfonie Nr. 26 d-Moll „Lamentatione" („Weihnachtssinfonie")
- Ludwig van Beethoven, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58
- Franz Schubert, Sinfonie Nr. 9 C-Dur D 944 („Große C-Dur")
Mehr
Das Wunder der Geburt Jesu feiern wir in der dunkelsten Zeit des Jahres; wenn die Nächte am längsten sind, dringen Sternenglanz und Kerzenschein besonders tief in die Herzen. Ähnliche Kontrastwirkungen gibt es in der Musik, etwa in Haydns Sinfonie Nr. 26. Sie erhielt wegen ihrer klagenden Ecksätze den Beinamen „Lamentatione“, ist aber auch als seine „Weihnachtssinfonie“ bekannt – der friedvolle Mittelsatz erklärt das. Oder im Andante von Beethovens viertem Klavierkonzert: Unversöhnlich stehen sich schroffe Streicher und flehende Klavierkantilenen gegenüber, doch am Ende löst sich die Spannung in weiche Harmonien auf – ein beglückender Moment. Licht ins Dunkel bringt in Schuberts höchst feierlicher „Großer“ C-Dur-Sinfonie ein Solohorn: Der zweite Satz ist ein melancholischer Marsch, aber das Horn klingt – so formulierte es Robert Schumann – wie „aus anderer Sphäre, als ob ein himmlischer Gast im Orchester herumschliche“!
[ Nach oben ↑ ]
So 26.02.2012 – 19:30
5. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Viviane Hagner, Violine
- Karl-Heinz Steffens, Dirigent
- Franz Schubert, Sinfonie h-Moll D 759 „Die Unvollendete"
- Wolfgang Amadeus Mozart, Konzert für Violine und Orchester D-Dur KV 218
- Antonin Dvorák, Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt"
Mehr
Schon als 13-Jährige spielte Viviane Hagner Saint-Saëns’ irrwitzig virtuoses „Rondo capriccioso“ mit den Berliner Philharmonikern und dem Israel Philharmonic. Was kann nach einem solchen Einstand überhaupt noch folgen? Ein Musizieren, das jeden Gedanken an Spieltechnik vergessen lässt. Ein Musizieren ganz nach dem Geschmack Mozarts, der den idealen Geiger so beschrieb: „Er spielt schwer, aber man kennt nicht, dass es schwer ist, man glaubt, man kann es gleich nachmachen. Und das ist das Wahre“. Vor Mozarts D-Dur-Konzert erklingt Schuberts geheimnisvolle „Unvollendete“ – trotz ihrer ungewöhnlichen zweisätzigen Form ein vollendetes Kunstwerk. Und danach die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ – als „Gastarbeiter“ in den USA integrierte Dvorák Musik indianischer Ureinwohner und schwarzer Plantagenarbeiter, gab aber auch seiner Sehnsucht nach der böhmischen Heimat Ausdruck.
[ Nach oben ↑ ]
So 25.03.2012 – 19:30
6. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Karl-Heinz Steffens, Dirigent
- Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 8 c-Moll WAB 108
Mehr
Hatte Hugo Wolf recht, als er die achte Sinfonie seines Kollegen „die Schöpfung eines Giganten“ und einen „vollständigen Sieg des Lichtes über die Finsternis“ nannte? Oder zeigt sich in Bruckners Werk ein „traumverwirrter Katzenjammerstil“, ein Schwanken „zwischen Trunkenheit und Öde“, wie der Wiener Kritiker Eduard Hanslick meinte? Klar ist, dass die Achte schon durch ihre gewaltigen äußeren Dimensionen und ihre Besetzungsstärke, aber auch durch ihre innere Komplexität alles übertrifft, was andere Sinfoniker bis dahin geschaffen hatten. Zwischen den „Urnebeln“ des Beginns und der finalen Apotheose mit den gleichzeitig erklingenden Hauptthemen aller vier Sätze liegen anderthalb Stunden voll grandioser Steigerungen und friedvoller Ruhezonen, voll packender Motorik und lyrischer Verklärung. Bruckner selbst brachte seine letzte vollendete Sinfonie auf eine einfache Formel: „Meine Achte ist ein Mysterium“.
[ Nach oben ↑ ]
Di 01.05.2012 – 19:30
7. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Nemanja Radulovic, Violine
- George Pehlivanian, Dirigent
- Paul Dukas, Sinfonie C-Dur
- Camille Saint-Saëns, Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 h-Moll op. 61
- Maurice Ravel, „La Valse"
Mehr
Äußerlich ist er mit seiner schwarzen Lockenmähne kaum von einem Rockstar zu unterscheiden. Und wie ein Rockstar versteht es der junge Geiger Nemanja Radulovic, sein Publikum zu fesseln und mitzureißen – mit hochvirtuosen Hexenkünsten, aber auch mit subtilen, nachdenklichen Tönen. Beide sind in Camille Saint-Saëns’ 3. Violinkonzert gleichermaßen gefragt.
Zwei weitere französische Werke stehen an diesem Abend auf dem Programm: Paul Dukas schrieb nicht nur den genialen, oft gespielten „Zauberlehrling“, sondern auch ein unbekannteres, reizvolles Stück: die Sinfonie C-Dur. Und Maurice Ravel ist der Autor einer Tondichtung, die nach geläufiger Deutung die Geschichte des Wiener Walzers nachzeichnet, von seinem Aufblühen und Triumph bis zum Untergang. „La Valse“ endet, nach Ravels Worten, in einem „phantastischen und schicksalhaft-unabwendbaren Wirbel“. George Pehlivanian zählt zu den inspirierendsten Dirigenten seiner Generation.
[ Nach oben ↑ ]
Mi 23.05.2012 – 19:30
8. Mainzer Meisterkonzert
Mainz, Rheingoldhalle
Tickets
- Elisabeth Kulman, Mezzosopran
- SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg
- Michael Gielen, Dirigent
- Arnold Schönberg, Kammersinfonie Nr. 1 (Orchesterfassung)
- Gustav Mahler, Fünf Rückert-Lieder
- Johannes Brahms , Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Mehr
„Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf”, schwärmte Dvorák von der dritten Sinfonie seines Freundes Johannes Brahms. Auch Arnold Schönberg liebte Brahms und nahm ihn gegen Vorwürfe in Schutz, er komponiere rückwärtsgewandt. Sich selbst musste er gegen Kritiker verteidigen, die ihn für einen Unterstützer hielten. Heute erscheint Schönbergs ausdrucksstarke erste Kammersinfonie zwar leicht zugänglich, doch 1907 war zu lesen, der Komponist mache „wilde, ungepflegte Demokratengeräusche, die kein vornehmer Mensch mit Musik verwechseln kann.”
Treffender sind da schon die Pressestimmen zu Elisabeth Kulmans Debüt-CD: „An emotionaler Tiefe kaum zu überbieten”, „Zum Weinen schön”, „Ein Gänsehauterlebnis”. Aufgenommen hatte die österreichische Mezzosopranistin genau die Stücke, die sie auch bei den Mainzer Meisterkonzerten singt: Lieder von Gustav Mahler.
Er gilt als anspruchsvoll und kompromisslos, der Stardirigent Michael Gieln. Ob Avantgarde oder Klassik, seine Konzerte setzen Maßstäbe.
[ Nach oben ↑ ]