5. Mannheimer Meisterkonzert

Ein reines Brahms-Programm zum Saisonabschluss der Mannheimer Meisterkonzerte bietet die Deutsche Staatsphilharmonie am 9. Juni 2017 um 19:30 Uhr im Rosengarten. Unter der Leitung von Domingo Hindoyan, mit der herausragenden Altistin Jennifer Johnston sowie mit der Unterstützung des Beethovenchors Ludwigshafen und dem Ensemble Vocapella Limburg verspricht das Konzert einen brillanten Hörgenuss.

Ganz im Zeichen der Musik von Johannes Brahms, dem Fortschrittlichen, wie ihn Schönberg betitelte, steht das 5. Mannheimer Meisterkonzertes der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Mit dem Schicksalslied für Chor und Orchester, der Rhapsodie für eine Altstimme und der 4. Sinfonie in e-Moll stehen drei affektgeladene Werke auf dem Programm, die einen spannenden Einblick in die Gefühlswelt des Komponisten gewähren.  Unter der Leitung von Domingo Hindoyan, einem der aufregendsten jungen Dirigenten der gegenwärtigen Musikszene, der seine Karriere als Violinist des renommierten musikalischen Bildungsprogramms „El Sistema“ in Venezuela begann, wird das Konzert zu einem wahren Höhepunkt der Mannheimer Meisterkonzerte in dieser Saison!
 
Eröffnet wird der Konzertabend mit dem Schicksalslieds für Chor und Orchester op. 54, das auf der lyrischen Vorlage von Hölderlins Brief-Roman „Hyperion oder Der Eremit in Griechenland“ aufbaut. Kostbar und in sich ruhend, sanft und friedvoll gestaltet sich die Musik mit dem unaufdringlich gestalteten Chorsatz, der göttlichen Sphären erahnen lässt. Das düstere Allegro verweist indes auf die dunkle irdische Welt. Mit dieser pessimistischen Sicht entlässt Brahms den Zuhörer jedoch nicht und fügte ein Orchesternachspiel an, was Hoffnung verleiht:  „Ich sage eben etwas, was der Dichter nicht sagt, und freilich wäre es besser, wenn ihm das Fehlende die Hauptsache gewesen wäre.“
 
Als Clara Schumann Ende September 1869 die Rhapsodie aus der Harzreise im Winter für Alt-Solo, Männerchor und Orchester op. 53 von Brahms hörte, beschrieb sie es als  „…ein wundervolles Stück. Es erschütterte mich so durch den tiefsinnigen Schmerz in Wort und Musik, wie ich mich lange nicht eines solchen Eindruckes erinnere. […]  Ich kann dies Stück nicht anders empfinden als wie die Aussprache seines eigenen Seelenschmerzes.“ Brahms schafft ein schwermütiges, dreiteiliges Vokalwerk mit der Textgrundlage aus Goethes „Harzreise im Winter“. Von der beklemmenden Darstellung der trostlosen Winterlandschaft, über die zu erleidende Seelenpein bis hin zum Bittgebet, das die Linderung der Qualen durch einen „Vater der Liebe“ beschwört, durchlebt der Zuhörer die Rhapsodie, in all ihren anklingenden Gefühls-Nuancen Facetten von einer „der gehaltvollsten und schönsten Stimmen in der Musikwelt" (Prospect Magazine) - Jennifer Johnston, wiedergegeben wird. Auf den größten Bühnen zu Hause freuen wir uns sehr, Jennifer Johnston nun auch in der Metropolregion beim 5. Mannheimer Meisterkonzert begrüßen zu dürfen.
 
„Im Allgemeinen sind ja leider die Stücke von mir angenehmer als ich, und findet man weniger daran zu korrigieren?!“, so schrieb Brahms nach Vollendung der 4. Sinfonie an die mit ihm befreundete Elisabeth von Herzogenberg und bat um ihre Einschätzung. Stürmischen Beifall erntete die Komposition beim Wiener Publikum, der dem Werk bis heute erhalten blieb – erleben Sie die vierte Sinfonie von Johannes Brahms in einer ausdrucksstarken Version  von Ihrem Sinfonieorchester der Metropolregion!