Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz präsentiert ihre Spielzeit 2017/2018

Karl-Heinz Steffens (Generalmusikdirektor) und Prof. Michael Kaufmann (Intendant) stellten am Vormittag das facettenreiche Programm der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz für die Saison 2017/2018 vor und setzen Höhepunkte bei den Konzerten ihrer Partner und bei den eigenen Angeboten.

2015 als „Orchester des Jahres“ mit einem ECHO KLASSIK und in der aktuellen Saison vom Deutschen Musikverleger Verband für das „Beste Konzertprogramm der Saison“ ausgezeichnet, wirkt das Sinfonieorchester der erweiterten Metropolregion Rhein-Neckar regelmäßig von Mainz bis Karlsruhe und von Heidelberg bis Zweibrücken. Mit Albrecht Mayer als Artist in Residence und dem Komponistenportrait für HK Gruber setzt die Staatsphilharmonie eindrucksvolle Schwerpunkte und konzertiert als Kulturbotschafter von Land und Region mit großartigen Dirigenten und Solisten, um sinfonische Musik auf höchstem Niveau zu den Menschen zu bringen.

Mit über 120 Konzerten an mehr als 20 Spielstätten für Menschen jeden Alters setzt die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ihre ambitionierte Arbeit auch in der Spielzeit 2017/2018 fort und bietet in einer Vielzahl von Eigenveranstaltungen, aber auch im Rahmen der etablierten Konzertangebote ihrer Veranstaltungspartner ein ebenso facettenreiches wie attraktives Gesamtangebot. Insbesondere die weitere Festigung der erfolgreich durch Karl-Heinz Steffens und Prof. Michael Kaufmann initiierten Programm-Schwerpunkte MODERN TIMES und MUSIKFEST SPEYER, sowie die Fortsetzung der in Kooperationen entwickelten Angebote stehen die Projekte in besonderer Weise synonym für die entwickelte Profilierung der Staatsphilharmonie als das Sinfonieorchester der erweiterten Metropolregion Rhein-Neckar.
Zu den bewährten Kooperationen zählt zum einen die zukunftsweisende Zusammenarbeit mit dem CAPITOL in Mannheim sowie die landesweiten Kooperation zu KATHEDRALKLÄNGE: BRUCKNER IN DEN DOMEN, die in dieser Saison mit zwei Konzerten in Trier und Speyer ihren fulminanten Abschluss finden wird. Alle Bruckner-Sinfonien in den großen Kathedralen von Rheinland- Pfalz zu spielen und damit die agile und beständig in Bewegung befindliche Staatsphilharmonie mit den ältesten Kulturdenkmälern des Landes zu verbinden war ein Projekt, das große Beachtung fand und mit großer Leidenschaft geführt wurde. Noch vor dem monumentalen Ausklang des Zyklus kann bereits eine neue Landes-Perspektive durch die Zusammenarbeit mit der VILLA MUSICA, der bedeutenden Landes-Ausbildungseinrichtung für junge Spitzenmusiker, angekündigt werden. Was wir mit Alexander Hülshoff, dem agilen Leiter der Villa Musica entwickelt haben, was da in der ersten Ausgabe sowohl in Sinfonie- wie in Kammerkonzerten mit Lynn Harrell und Karl-Heinz Steffens erlebt werden kann, trägt den bezeichnenden Titel RHEINLAND-PFALZ EXCELLENT! Und was auf Landesebene den besten Nachwuchskräften aus aller Herren Länder gilt, findet seine Entsprechung im Engagement, das die Staatsphilharmonie in die neue Kooperation mit dem Ludwigshafener Veranstaltungszentrum dasHaus einbringt: großartige klassische Musik für jedermann, an einem Ort, der zum selbstverständlichen Inventar der Stadt Ludwigshafen gehört. „Die Staatsphilharmonie fühlt sich seit langem eng mit ihrer Residenzstadt Ludwigshafen verbunden, was sie auf vielfältige Weise zeigt und damit den Beweis antritt, dass die über viele Jahre als wenig heimisch empfundene Landeseinrichtung ihre natürliche Bindung an Stadt und Region finden kann, wenn dies als Aufgabe ernst genommen und als Chance verstanden wird. Zu zeigen, dass alle Kulturangebote einer Stadt ihre unbedingte Bedeutung haben und sich ergänzen, um erlebbar zu machen, dass die Gegeneinanderstellungen von Hochkultur und Subkultur ein Irrtum sind, engagieren wir uns mit Leidenschaft in dieser neuen Zusammenarbeit.“, so Intendant Prof. Michael Kaufmann und Fabian Burstein, Leiter des Kulturbüro Ludwigshafen ergänzt: „Das Kulturbüro setzt als integrierter Kulturverbund stark auf Netzwerkpflege und Synergieeffekte am Standort Ludwigshafen. Mit dieser Kooperation wollen wir dazu beitragen, dass die Excellenz der Staatsphilharmonie für viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen erlebbar wird.“
Insgesamt bieten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters in der kommenden Spielzeit mehr als 60 verschiedene Programme mit Werken von Haydn bis HK Gruber an und präsentieren ein Programm, das durch seinen Facettenreichtum deutschlandweit einzigartig ist. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in dieser Spielzeit auf der großen Musikstadt Wien, in die im Rahmen zahlreicher Konzerte mit großartigen Dirigenten und Solisten zu ausgiebigen Klangreisen eingeladen wird. Genaugenommen geht die Reise in „mehrere Wien“, nämlich in die drei Musik-Epochen vom 18. bis zum 21. Jahrhundert: Von Joseph Haydn, Mozart und Beethoven führt der Weg über Brahms, Bruckner und Mahler weiter zu Schönberg und Webern – um letztlich bei HK Gruber anzukommen, der im Januar 2018 seinen 75. Geburtstag feiert und dem das diesjährige Komponisten-Portrait gilt. Sechs seiner Werke, darunter auch eine Deutsche Erstaufführung, werden bei 11 Konzerten in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Mannheim, Neustadt, Worms zu erleben sein. Mit seinen Werken setzt er sich wie kein Zweiter über die kategorisierenden Konventionen der „ernsten Neuen Musik“ hinweg – so, wie es wohl nur ein Wiener Komponist kann. Mit seinen Kollegen Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik ist er der prominenteste Vertreter der „3. Wiener Schule“. 

Einen besonderen Glanz erhält die Spielzeit 2017/2018 auch durch ihren Artist in Residence, Albrecht Mayer. In mehr als 10 Konzerten kann die Staatsphilharmonie mit einem der führenden Instrumentalisten der Welt eine intensive Zusammenarbeit entwickeln, was ein großes Privileg für die Musikerinnen und Musiker des Orchesters sowie ein besonderes Angebot für das Publikum darstellt. Damit gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Komponisten im Portrait und dem Artist in Residence in dieser Spielzeit besonders inspirierend. Gruber und Mayer spiegeln mit ihren Talenten, Erfahrungen und mit ihrer Persönlichkeit das Profil der Staatsphilharmonie wider: Durch das Engagement von Karl-Heinz Steffens und Prof. Michael Kaufmann konnte das Orchester die Kulturszene der Metropolregion in stetiger Veränderung lebhaft mitgestalten. Mit Gruber und Mayer bringt die Staatsphilharmonie zwei einzigartige, weltweit gefragte Musikerpersönlichkeiten in die erweiterte Metropolregion und freut sich bereits heute auf diese besonderen Konzertmomente. Und so selbstverständlich wie bei den Konzerten mit Mayer und Gruber, virtuos die Musikgeschichte durchschritten wird, so gestaltet sich die Spielzeit der Staatsphilharmonie auch insgesamt:
Namhafte Solisten wie Ian Bostridge, Lynn Harrell, Cornelia Froboess, Tzimon Barto, Jeroen Berwaerts, Ray Chen, Lise de la Salle, Janice Dixon, Lynn Harrell, Matthias Schorn und Veriko Tchumburidze sowie etablierte, aber auch Nachwuchs-Dirigenten, darunter unter anderem Elim Chan, Christian Reif, Michael Sanderling und Shiyeon Sung finden sich im Programm. Besonders freuen dürfen sich die Musikfreunde der Region über den Beginn einer ganz neuen Facette regionaler Kooperationen: mit dem charismatischen Elias Grandy steht erstmals der Heidelberger GMD am Pult der Staatsphilharmonie und dirigiert Konzerte in Worms, Kaiserslautern und Mannheim.
Zum Saisonauftakt setzt Karl-Heinz Steffens im Rahmen der bereits fünften Ausgabe von MODERN TIMES auf musikalische Qualität, inhaltliche Vielseitigkeit und gefeierte Gäste: Unter dem Motto „Poème de l‘extase!“ vereint das Metropolregion Sommer-Musikfest Werke unter anderem von Benjamin Britten und Ralph Vaughan Williams – setzt aber auch mit Henry Pucell und Alexander Skrjabin einen spannenden musikalischen Kontrast. Renommierte Solisten, wie Ian Bostridge, Cornelia Froboess, Reinhold Friedrich, Daniel Gauthier und Gustav Rivinius stehen für das Renommee des über die Grenzen der Metropolregion hinaus strahlenden Sommer-Musikfestes, das in diesem Jahr auch erstmals Konzerte in Weinheim und Heidelberg einschließt.
Ein weiteres musikalisches Großereignis ist das MUSIKFEST SPEYER, das 2018 bereits in die fünfte erfolgreiche Auflage startet und das nach Mozart, Beethoven, Schubert, Mendelssohn/Luther, 2018 nun die Musikdramatiker Haydn und Wagner präsentiert. Dabei erfüllt die Staatsphilharmonie, unter der Leitung ihres Chefdirigenten Karl-Heinz Steffens, die einzigartigen Lokalitäten der historischen mit den unterschiedlichsten Konzertformaten, vom Oratorium und der großen Sinfonik zur Kammermusik, vom Kinderkonzert bis hin zu einer musikalischen Lesung.
In ihrem Engagement verfolgt die Staatsphilharmonie mit Leidenschaft auch ein gesellschaftliches Interesse: Durch die vielfältigen Education-Aktivitäten der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz kommen in der Saison 2017/2018 wieder mehrere tausend Kinder verschiedener Altersgruppen – unabhängig von Elternhaus, sozialer und nationaler Herkunft – in den Kontakt mit klassischer, sinfonischer Musik, neben den Angeboten für Schulen eröffnen zahlreiche Krabbel- Kinder- und Jugendkonzerte Familien Begegnungen mit den Musikern der Staatsphilharmonie. Besonders auch die Angebote, die den Blick öffnen für ein weiter gefasstes Kulturverständnis, das auch der immer stärker mehr-kulturell geprägten Gesellschaft Rechnung trägt: mit Andrea Apostoli führen wir die Reihe AD.AGIO weiter und auch die großartigen LIEDER VON WIEN BIS ISTANBUL, die neben Franz Schubert den türkischen Lied-Komponisten Şevki Bey ins Zentrum rücken, bringen wir gemeinsam mit unserem neuen Kooperationspartner dasHaus zurück – unterstützt auch vom Verein für Türkische Kunstmusik Ludwigshafen. Darüber hinaus werden Musikerinnen und Musiker der Staatsphilharmonie in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtheater Speyer erstmalig beim Festival „Theater International“ mitwirken und dies im Veranstaltungszentrum dasHaus eröffnen.
Besonders wird die Saison 2017/2018 auch deshalb, weil Karl-Heinz Steffens zum Ende der Spielzeit seine erfolgreiche Arbeit als Chefdirigent und Generalmusikdirektor beenden wird. Dass sich bei seinen Konzerten der Bogen von Joseph Haydn bis zu HK Gruber spannt, ist dabei kein Zufall: „Wir haben ja vor 9 Jahren mit Haydn, Mozart und Beethoven begonnen und nur wird sich der Kreis schließen. Ich freue mich darauf, dass wir nach unserer langen und intensiven Zusammenarbeit diesen Komponisten und Werken wieder begegnen. Und als Kontrapunkt, der die Sache weitertreibt, kommt HK Gruber dazu, der in großartiger Weise dazu beiträgt, dass die Gegenwartsmusik wieder vom hohen Ross der elitären „Neuen Musik“ herunterkommt. Und von Abschied will ich jetzt sowieso noch nichts wissen: ich freue mich auf jedes der vor uns liegenden Konzerte und will mit dem Orchester und unserem Publikum noch viele großartige Stunden erleben!“
Neben den zahlreichen Sonderprojekten stehen die Konzertreihen in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg für Beständigkeit. Doch auch hier sind Besonderheiten geboten. So emanzipiert sich die ABO-Reihe in Ludwigshafen und zieht mit Mannheim gleich: Ab dieser Saison werden auch im Pfalzbau endlich fünf ABO-Konzerte angeboten! Damit wird auch das Bekenntnis zur Metropolregion gestärkt, denn was vor einem Jahr mit dem LUMA-FLEX Paket als „6 aus 9“ begann, erweitert sich zu „6 aus 10“ und bietet eine noch größere Wahlmöglichkeit und Flexibilität für unsere Abonnenten. Das für die Region einzigartige Angebot der konzertanten Rheinüberquerung verbindet Ludwigshafen und Mannheim zu einer Verbandsgemeinde der Freunde hervorragender sinfonischer Musik. Dass die Konzertkarte auch als Fahrkarte im ÖPNV gilt, wird auch in dieser Saison beibehalten.

Eine Fortsetzung findet auch die erfolgreiche Kooperation der Deutschen Staatsphilharmonie mit Deutschlandradio, SWR und dem Label Capriccio: den bereits erschienen Veröffentlichungen, in deren Zentrum die Aufnahmen der Serie von MODERN TIMES steht, folgen bis zum Jahresende 2017 drei weitere Produktionen. Bereits die erste, dem Komponisten Bernd Alois Zimmermann gewidmete, Aufnahme der Serie MODERN TIMES brachte dem Orchester mit Chefdirigent Karl-Heinz Steffens 2015 die begehrte Auszeichnung „Orchester des Jahres“ durch den ECHO Klassik ein. In der Folge sorgten Portraits von Luigi Dallapiccola, Alberto Ginastera, Henri Dutilleux und Karol Szymanowski für hervorragende Kritiken bis in die USA und nach Japan. Nun werden die CD-Aufnahmen in der Spielzeit 2017/2018 mit besonderen Ausnahme-Komponisten weitergeführt um auch den erfolgreichen Weg, welchen die Kooperation zwischen Staatsphilharmonie und Deutschlandradio, SWR sowie dem Label Capriccio eingeschlagen hat, zu festigen; bereits im Herbst 2017 erscheint mit einem Portrait zu George Antheil die nächste CD der Serie.

„In der konsequenten Arbeit an der Qualität des Orchesters, für die insbesondere Karl-Heinz Steffens steht, durch die Schärfung des eigenen Profils, aber auch im gewinnenden Zusammenspiel aller Akteure konnte wieder ein Gesamtprogramm entstehen, das zeigt: Wenn wir Kooperationen pflegen, wenn wir neue Beziehungen aufbauen, dann ist ein Orchester kein Klangmuseum, sondern ein vitaler, ein Impulse gebender Organismus für unsere Gesellschaft. Dann ist ein Sinfonieorchester ein bestmögliches Beispiel für eine auf Mehrstimmigkeit angelegte, humane Zivilgesellschaft und dann ist die Staatsphilharmonie ein Best Practice für die weitere Entwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar.“ Prof. Michael Kaufmann zeigt sich dankbar für die bedeutende Förderung des Landes Rheinland-Pfalz, in dessen Trägerschaft die Staatsphilharmonie als klingender Kulturbotschafter national und international wirkt. Und er zeigt sich entschlossen, den begonnenen Weg fortzusetzen: „Die Staatsphilharmonie kann den Begriff der Metropolregion mit Leben und mit bestem Klang füllen, kann Lebensbegleiter vor Ort und bester Botschafter national wie international sein.

Aus dem Nebeneinander von zwei Bundesländern und zwei Städten kann mit und durch unser Orchester ein Miteinander werden. Beobachtet man die selbstverständlichen Bewegungsströme der Menschen in der Region, in der wir spielen, dann liegt es auf der Hand, dass sich diese Option durchsetzen wird, so mühsam der Weg dorthin auch sein wird.“