Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz: Schwermut und Melancholie

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Schwermut und Melancholie

Zu einer ganz besonderen Zusammenarbeit kam es bei gleich drei Aufführungen von Edward Elgars „The Kingdom“. Die Staatsphilharmonie begleitete die Domchöre aus Speyer, Trier und Rottenburg zwischen 29. September bis 3. Oktober in Elgars biblischem Oratorium. Mehr als 200 Choristen und ein renommiertes Solistenensemble wirkten bei dieser Wiederauflage der „Kathedralklänge“ mit.

Manche Komponisten ereilt das Schicksal, dass sie vor allem mit einem ganz bestimmten Werk in Verbindung gebracht werden. Bei Edward Elgar ist es sein „Land of Hope and Glory“ aus „Pomp and Circumstances“, das in England einen Platz gleich neben der offiziellen Nationalhymne einnimmt. Wer an Elgar denkt, kommt an dieser eingängigen Melodiefolge kaum vorbei. Dabei hat der 1857 geborene Verfasser der ebenfalls recht bekannten „Enigma Variationen“ weitaus mehr auf das Notenpapier gebracht. Bei seinem Tod 1934 hinterließ er unter anderem zwei Sinfonien sowie ein Violin- und ein Cellokonzert. Überdies nimmt die Chormusik einen wichtigen Platz in Elgars Gesamtwerk ein. Außerhalb Englands quasi unbekannt sind seine zahlreichen Chorlieder und -sätze. Auch Elgars dramatische Kantaten und geistliche Oratorien kennen – mit Ausnahme von vielleicht „The Dream of Gerontius“ – nur eingefleischte Liebhaber der Vokalmusik.

Zumindest in Süddeutschland könnte sich das nun ändern. Denn gemeinsam mit den Domchören aus Speyer, Trier und dem baden-württembergischen Rottenburg führt die Staatsphilharmonie das großangelegte, knapp zweistündige biblische Oratorium „The Kingdom opus 51“ von Edward Elgar auf. Die Leitung teilen sich kollegial die jeweiligen Domkapellmeister Markus Melchiori, Stephan Rommels pacher und Frank Leenen. Ursprünglich als Part einer an Wagners „Ring des Nibelungen“ angelehnten Trilogie gedacht, komponierte Elgar „The Kingdom“ in den Jahren 1905 und 1906. Während er dieses Oratorium und „The Apostles“ vollendete, blieb „The Last Judgement“ ein skizziertes Fragment. In „The Kingdom“ vertonte Elgar in fünf Sätzen die ersten Kapitel der Apostelgeschichte – Teile des Pfingstgeschehens von der Aufnahme des Matthäus in die Schar der Apostel über die Ausgießung des Heiliges Geistes und Entstehung einer christlichen Gemeinde bis hin zu der Heilung eines Lahmen sowie der Festnahme von Petrus und Johannes. Der Grundgestus von Elgars Klang sprache mit kraftvollen Leitmotiven, ebenso feierlichen wie aufwühlenden Chorsätzen sowie kunstvollen Soli ist eher schwer mütig-melancholisch. Der Komponist selbst leitete die Uraufführung am 3. Oktober 1906 in Birmingham, dem gleichen Datum also wie bei der Aufführung im Trierer Dom zum Abschluss des diesjährigen Mosel Musikfestivals.

(Veröffentlicht am 24.09.2012)

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