Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz: Klangspuren in die Zukunft

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Klangspuren in die Zukunft

Der „RING Halle Ludwigshafen“ wurde am 26. und 28. Oktober im Theater im Pfalzbau mit zwei fulminanten „Siegfried“-Aufführungen weiter geschmiedet. Dabei begeisterte nicht nur eine bestens aufgelegte Staatsphilharmonie unter GMD Karl-Heinz Steffens sondern auch ein großartiges Solistenensemble – allen voran Anreas Schager in der Titelpartie.

Die Kritik ist sich einig: Von diesem „Siegfried“ wird man noch einiges hören. „Die Rheinpfalz” ergänzte: „Schager bleibt die sängerische Entdeckung dieses Rings, und man muss kein Prophet sein, um ihm eine große (Wagner)-Karriere voraus zu sagen”. Beeindruckend wie der vergleichsweise junge Tenor Andreas Schagerdem Titelhelden in Richard Wagners opulenter Oper nicht nur stimmliche Ausstrahlung verlieh, sondern ebenso als jugendliche Lichtgestalt in einer dunklen Welt aus Geld- und Machtgier überzeugen konnte.

Das spielte der Regiearbeit von Hansgünther Heyme durchaus in die Karten. Dessen Siegfried sollte, wie auch von Wagner beabsichtigt, ein neues Menschenbild verkörpern, einen Gegenentwurf zu der alten, dem Kapital und der Macht verfallenen und entsprechend korrupten und auch satten Gesellschaft. Von der Reinheit dieses Hoffnungsträgers einer zukünftigen, besseren Welt zeugt ein makelloser weißer Anzug, den Andreas Schager in Heymes Inszenierung unter dem schwarzen Umhang trägt. Schager kommt aus dem Operettenfach, ein stimmlicher Kraftprotz ist er mitnichten, auch kein Draufgänger. Ganz offensichtlich aber ist der gebürtige Österreicher ein Siegfried mit Perspektive. Und war bei unter anderem Deborah Humble (Erda), Lisa Livingston (Brünnhilde), Ines Lex (Waldvogel), Ralph Ertel (Mime), Gérard Kim (Der Wanderer), Gerd Vogel (Alberich) sowie Christoph Stegemann (Fafner) in allerbester Gesellschaft. Ein Glücksgriff also für Regisseur Heyme, der mit seiner „Siegfried“-Inszenierung den ersten beiden Teilen von Wagners Opern-Tetralogie nun ein eher poetisches, märchenhaftverspieltes Musikdrama folgen lässt. Und natürlich geht es auch in diesem „Siegfried“ dramatisch zu. Heyme spielt auf das Schicksal seines von jeglichem Germanentum und Teutonenhaften befreiten Helden immer wieder leise an. Siegfried wird zwar getötet, doch das hat bekanntlich Zeit bis zur „Götterdämmerung“.

Als Vorahnung allerdings schwebt dieser Tod immer wieder durch Heymes Inszenierung. Zunächst jedoch tötet Siegfried selber, wenn auch in guter Absicht, schmiedet das Schwert Notung neu und entdeckt seine Liebe zu Brünnhilde, die er zuvor aus einer Art Dornröschenschlaf geweckt hatte. Gemeinsam sollen sie die Welt retten, sie, so der Regisseur, „von allem Schmutz brutaler Politik befreien“. Ganz im Sinne Richard Wagners, der den Untergang einer alten und das Heraufdämmern einer neuen Welt entsprechend klangprächtig in Töne gesetzt und 1876 im Bayreuther Festspielhaus zur Uraufführung unter Hans Richter gebracht hatte.

Ludwigshafener Opernfreunde dürfen sich nun auf den veriten Teil von Wagners Ring freuen: Die Götterdämmerung ist am 30. November und 2. Dezember im Pfalzbau zu erleben. Karten gibt es an der Theaterkasse des Pfalzbaus unter Telefon (0621) 5042558.

(Veröffentlicht am 22.10.2012)

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